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Neubau

Schimmelschäden im Neubau: Wahrscheinlichkeit & mögliche Ursachen

Um eine Wahrscheinlichkeit für Schimmelpilzwachstum in Neubauten vorhersagen und um Präventivmaßnahmen benennen zu können, wertete Dipl.-Ing. Eva Foitzik* 60 Gutachten aus.

Laut Foitzik ist belegt, dass für ein Schimmelpilzwachstum die Feuchtigkeit ausschlaggebend ist, zumal in Gebäuden genügend „Nahrungsquellen“ vorhanden sind und die Temperaturen meist im optimalen Bereich liegen. Entscheidend ist jedoch nicht der absolute Feuchtigkeitsgehalt, sondern der Gehalt an frei verfügbarem Wasser (Wasseraktivität (aw-Wert)). Es handelt sich dabei um eine Gleichgewichtsfeuchte, das bedeutet, dass die Wassermenge, die dauerhaft auf das Material einwirkt, mit der umgebenden relativen Luftfeuchte im Gleichgewicht steht. Zusammenfassend gesagt ist der aWWert nichts anderes als die an der Materialoberfläche vorliegende relative Feuchte. Der aWWert kann zwischen 0 und 1 liegen.

Für optimale Wachstumsbedingungen aller Schimmelpilzarten sind relativ hohe aw-Werte von 0,90 bis 0,99 nötig. Die meisten Schimmelpilze benötigen jedoch nur ein aw-Minimum von 0,80 bis 0,85, um sich zu vermehren. Besonders trockenheitsliebende Pilze können bereits ab einem aWWert von 0,70 wachsen. Diese Werte belegen, dass selbst auf nicht sichtbar nassen Materialien Schimmelpilze gedeihen können.

Die Dauer der Durchfeuchtung spielt neben der Feuchtigkeitsmenge eine wesentliche Rolle. Im Schnitt genügt ein halber Tag, um Schimmelpilzwachstum zu begünstigen.

=> In 77 Prozent der begutachteten Fälle waren die Dämmebenen von Fußbodenkonstruktionen, teilweise inklusive des Sockelbereiches der angrenzenden Wände, mit Schimmelpilzen und/oder Bakterien besiedelt.

So kommt es zu Feuchtigkeitseinträgen in einem Neubau

Die meisten Geschossdecken werden in Beton gegossen. Bei diesem Vorgang gelangen – nur durch die Verarbeitung dieses Baustoffes – große Mengen Wasser in den Neubau. Dieses Wasser sollte während der Bauphase durch chemische Umwandlung beim Abbindeprozess und konventionelles Austrocknen aus dem Bauteil abgeführt werden. Eingedrungenes, stehendes Wasser sollte möglichst zeitnah abgeführt oder entfernt werden. Ist dies nicht der Fall, wird der Trocknungsprozess verlangsamt.

Wurde die Gebäudehülle geschlossen, beginnt der Innenausbau. Schon beim Verputzen wird beim Verarbeitungsprozess neue Feuchte in den Bau eingebracht. Die relative Luftfeuchte in den Räumen steigt meist massiv an. Es sollte dauerhaft auf eine ausreichende Lüftung der Innenräume zum Abtransport der Feuchtigkeit – unter Umständen durch technische Trocknungsmaßnahmen ergänzt – geachtet werden.

Durch Unachtsamkeit gelangt zudem Anmachwasser auf den Boden, und beim Verputzen fallen nasse Gipsbatzen von den Wänden und den Decken herunter. Diese ständigen neuen Feuchtequellen erschweren erneut das ausreichende Abtrocknen der Rohbetondecke und der Wände.

Sobald der Verputz halbwegs getrocknet ist, werden die Trittschall- und Fußbodendämmung verlegt. Doch vorher sollte die Oberflächenfeuchtigkeit der Betondecke und des Verputzes im Sockelbereich gemessen werden. Foitzik erachtet eine Kontrolle dieser Oberflächenfeuchtigkeit als sinnvoll, um die Wahrscheinlichkeit eines Schimmelpilzbefalls minimieren zu können. Diese von ihr empfohlene Messung wird jedoch in den seltensten Fällen durchgeführt.

Sollte beim Verlegen der Dämmung der Mauerfuß noch eine erhöhte Oberflächenfeuchtigkeit aufweisen, dunstet die Restfeuchte in die Dämmebene der Fußbodenkonstruktion aus. Durch diesen zusätzlichen Feuchtigkeitseintrag ist die Wahrscheinlichkeit für Schimmelwachstum in der Dämmebene erhöht.

Den kompletten Beitrag von Dipl.-Ing. Eva Foitzik lesen Sie hier.

*) Die Auswertung wurde von Dipl.-Ing. Eva Foitzik im Rahmen ihrer Masterarbeit (2013/2014) durchgeführt. Foitzik hat an der Universität Karlsruhe Architektur studiert. Ihr Master-Studium absolvierte sie an der Donau-Universität Krems, Österreich.

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