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Schimmel im Neubau

Vor der Bauabnahme: Schimmel besser ausschließen als später sanieren

Der Traum vom Eigenheim ist für viele Bauherren mit der Schlüsselübergabe erfüllt. Sie verlassen sich darauf, dass ein neues Gebäude frei von Feuchtigkeit und Schimmel ist. Doch in Neubauten können bereits bei der Fertigstellung verdeckte Schimmelschäden vorhanden sein. Meist unbemerkt und mit bloßem Auge für Laien und Experten nicht erkennbar.

Warum Neubauten von Schimmel betroffen sein können

In ein massiv gebautes Einfamilienhaus werden, durch Beton, Estriche, Putze und Mörtel, während der Bauphase im Schnitt rund 10.000 Liter Wasser eingebracht. Ein Teil dieser Feuchtigkeit wird chemisch in Baustoffen gebunden. Der weitaus größere Anteil muss während der Bauzeit austrocknen. Gelingt dies nicht vollständig, verbleibt Feuchtigkeit in der Bausubstanz und damit ein wesentlicher Risikofaktor für spätere Schimmelschäden.

Zudem wird häufig unter hohem Zeitdruck gebaut. Verkürzte Bauzeiten, ungünstige Witterungsbedingungen oder unzureichende Trocknungsphasen können dazu führen, dass Bauteile bereits geschlossen werden, obwohl sie im Inneren noch eine erhöhte Feuchtigkeit aufweisen. Auch der Einsatz technischer Bautrocknung ist kein Garant dafür, dass sämtliche Bauteile vollständig durchgetrocknet sind.

Warum Schimmelschäden oft unentdeckt bleiben

Schimmelschäden sind oft verdeckt und damit bei der Bauabnahme in der Regel (noch) nicht sichtbar. Selbst wenn ein Neubau keinerlei Auffälligkeiten zeigt, kann sich Schimmel bereits in Wand- oder Fußbodenkonstruktionen entwickeln.

Auch sensorische Eindrücke bieten keine Sicherheit. Selbst eine Untersuchung der Raumluft auf Schimmelpilzsporen reicht nicht aus, um verdeckte Schäden zuverlässig auszuschließen, denn bei Schimmel innerhalb geschlossener Bauteile, gelangen in der Regel keine oder nur sehr wenige Sporen in die Innenraumluft.

Erst gezielte Untersuchungen und spezielle messtechnische Verfahren ermöglichen eine belastbare Beurteilung, ob sich in der Konstruktion bereits ein Schimmelschaden entwickelt hat.

Warum die Bauabnahme so entscheidend ist

Vielen Bauherren ist nicht bekannt, dass mit der Bauabnahme auch das Risiko bislang unentdeckter Mängel weitgehend auf sie übergeht. Wird ein verdeckter Schimmelschaden erst Monate oder Jahre später festgestellt, ist der Nachweis, dass die Ursache bereits vor der Abnahme bestand, häufig schwierig.

Die Folge können erhebliche Sanierungskosten sein, die komplett vom Bauherren übernommen werden müssen.

Um dieses Risiko zu minimieren, empfiehlt es sich, den Neubau vor der Bauabnahme durch einen fachkundigen Sachverständigen auf mögliche Feuchte- und Schimmelschäden untersuchen zu lassen. Besteht ein begründeter Schimmelverdacht, ist die Neubauabnahme unbedingt zu verweigern. Um eine solche Abnahmeverweigerung umzusetzen ist es nach unserer Erfahrung empfehlenswert mit einem fachkundigen Sachverständigen und einen im Baurecht erfahrenen Rechtsanwalt zusammenzuarbeiten.

Unser Tipp

Lesen Sie hierzu den Fachbeitrag Schimmelschaden im Neubau.

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