Der Fluch des Pharao

Schimmelrisiken von Tutanchamun bis heute

Der Fund des Grabes von Tutanchamun durch Howard Carter im Jahr 1922 ist nicht nur ein archäologisches Ereignis, sondern wirft auch ein Licht auf die potenziellen gesundheitlichen Risiken von Schimmel.

Historische Hinweise auf Gesundheitsrisiken

Kurz nach der Öffnung der Grabkammer erkrankten mehrere Mitglieder des Grabungsteams. Einige starben. Eine plausible Erklärung hierfür könnten Schimmelpilze sein, insbesondere Aspergillus flavus. Die in der Grabkammer über Jahrhunderte hinweg angesammelten Sporen und Toxine könnten beim Freisetzen allergische Reaktionen oder Atemwegserkrankungen ausgelöst haben – besonders bei immungeschwächten und älteren Personen. Der sogenannte „Fluch des Pharao“ lässt sich damit als eine frühe Beobachtung der Wirkung von Schimmel auf die Gesundheit von Menschen interpretieren.

Gesundheitliche Folgen in Wohnräumen

Heute ist die Problematik wissenschaftlich gut dokumentiert. Repräsentative Studien in Deutschland zeigen, dass Feuchtigkeit und Schimmel in Wohnungen mit einer erhöhten Häufigkeit von Allergien und Atemwegserkrankungen verbunden sind. Typische Beschwerden reichen von Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemen bis hin zu objektiv nachweisbaren Symptomen wie Nasennebenhöhlenentzündungen, Husten, Asthmaerkrankungen etc.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung

Neben den gesundheitlichen Aspekten für die Raumnutzer sind auch die wirtschaftlichen Folgen erheblich: Laut der Metastudie „Mould and dampness in European homes and their impact on health“ (Urlaub & Grün, 2016) des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP, verursachen Atemwegserkrankungen durch zu feuchte oder schimmelige Wohnungen in Europa jährliche Kosten von rund 82 Milliarden Euro.

Vorsorge ist entscheidend

Zugegeben, die Verbindung zu den Ereignissen von 1922 ist etwas gewagt. Nichts desto trotz wissen wir mittlerweile, dass Schimmelbestandteile über lange Zeiträume gesundheitlich relevant bleiben, ob in historischen Grabstätten oder modernen Wohnungen. Es besteht eine allgemeine Übereinstimmung, dass Schimmelwachstum im Innenraum ein potenzielles Risiko für die Gesundheit darstellt. Vorsorge und Schutzmaßnahmen sind erforderlich, um die gesundheitlichen Risiken zu minimieren.

Unser Lesetipp!

Studie von Prof. Dr.-Ing. Gunnar Grün – Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP
Europaweite Erkenntnisse zu Atemwegserkrankungen durch Schimmel