Verborgene Risiken
Gerüche als Warnsignal: Wenn die Nase auf Probleme hinweist
Gerüche beeinflussen unsere Wahrnehmung unmittelbar. Der Duft von frisch gebackenem Brot weckt Erinnerungen, der Geruch eines Sommerregens vermittelt Frische. Doch unsere Nase erfüllt noch eine weitere wichtige Funktion. Sie dient als Frühwarnsystem. Ungewohnte oder unangenehme Gerüche in Innenräumen können darauf hindeuten, dass etwas mit der Bausubstanz nicht stimmt.
Nicht jeder auffällige Geruch ist gesundheitsschädlich, dennoch sollte man ungewöhnliche Gerüche ernst nehmen. Sie können ein Hinweis auf Feuchtigkeit, mikrobielles Wachstum oder chemische Emissionen aus Baustoffen, Möbeln oder anderen Einrichtungsgegenständen sein.
Welche Gerüche worauf hinweisen können
Modriger oder erdiger Geruch
Ein muffiger, erdiger Geruch kann ein Hinweis auf Feuchtigkeit und möglichen Schimmelbefall sein. Selbst wenn optisch nichts sichtbar ist, kann sich Schimmel bereits hinter Tapeten, unter Bodenbelägen oder in Hohlräumen ausgebreitet haben.
Stechender oder chemischer Geruch
Ein scharfer, beißender Geruch kann auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder Stoffe wie Formaldehyd hinweisen. Diese werden unter anderem aus Farben, Lacken, Klebstoffen, Bodenbelägen oder Möbeln freigesetzt. Beispielsweise nach Renovierungen oder beim Einzug in Neubauten können erhöhte Konzentrationen auftreten. Sie können je nach Intension und Dauer der Belastung verschiedene gesundheitliche Auswirkungen wie Augen- oder Atemwegsreizungen haben.
Muffiger oder schweißartiger Geruch
Ein unangenehmer, an Schweiß erinnernder Geruch kann durch bakterielle Stoffwechselprozesse entstehen. Die Ursachen können verschmutzte Klimaanlagen, Lüftungsanlagen oder dauerhaft feuchte Materialien sein und sollten überprüft werden.
Die Nase ist ein sensibles Messinstrument
Der menschliche Geruchssinn reagiert bereits auf sehr geringe Konzentrationen bestimmter Stoffe. Doch nicht jeder Schadstoff ist riechbar. Beispielsweise Radon oder Kohlenmonoxid können völlig geruchlos sein. Die Interpretation von Gerüchen ersetzt keine fachgerechte Untersuchung der Innenraumluft, liefert jedoch häufig erste Hinweise darauf, dass eine genauere Prüfung sinnvoll ist. Das Umweltbundesamt hat deshalb sogar Geruchsleitwerte entwickelt, um auffällige Geruchsbelastungen systematisch bewerten zu können.
Gerüche ernst nehmen
Statt Duftsprays oder Raumerfrischern einzusetzen, empfiehlt es sich, die Ursache zu ermitteln. Idealerweise lassen sich so Feuchteschäden, Schimmel oder erhöhte Schadstoffemissionen frühzeitig erkennen und beheben.
Wir haben die häufigsten Geruchsauffälligkeiten und die dahinter möglichen Schadstoffe für zusammengestellt.
